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Rennsteig Sport: Die optimale Grundausstattung

Wer auf dem Rennsteig nicht nur wandern, sondern einige Gänge höher schalten will, sollte das nicht ohne passende Ausrüstung versuchen

Natürlich ist der Rennsteig vor allem unter Wanderern bekannt und hochbeliebt. Die gut ausgebauten Wanderwege und organisierten Touren machen es ja selbst Anfängern auch ziemlich einfach. Aber natürlich gibt es auch Urlauber, für die Wandern oder Spazieren einfach zu langsam ist. Und dann  existiert ja mit dem Rennsteiglauf auch noch ein sportliches Highlight, das 2014 zum beliebtesten Marathon des Jahres gewählt wurde – unter anderem, weil es jährlich rund 15000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Region zieht. Mehr als Grund genug also, sich auch abseits des organisierten Laufs Laufschuhe und Co. zu schnappen und den Rennsteig zu erlaufen. Aber: Selbst erfahrene Jogger, die seit Jahren in Deutschlands Innenstädten auf Gehsteigen und in Parks Kilometer machen, sollten vor der Reise ihr Equipment genauso auf einen passenden Stand bringen, wie absolute Lauf-Neulinge, die in der naturnahen Abgeschiedenheit ihre ersten Versuche fernab von allzu vielen Zuschauern machen möchten. Und was da in den Sommermonaten alles ins Reisegepäck gehört, erklärt der folgende Artikel.

Der Rennsteig: Natur pur, jede Menge Ruhe und frische Luft – und doch durchzogen von hunderten von Wegen. Nicht nur ein Mekka für Wanderer, sondern auch passionierte Läufer, die hier einen echten Laufurlaub erleben möchten.

1. Das A und O: Die Laufschuhe

Im Vergleich mit so manch anderer Sportart ist Laufen extrem günstig. Allerdings gibt es ein Ausrüstungsstück, bei dem niemand sparen sollte und das sind die Schuhe. Es lässt sich kaum in Worte fassen, wie immens wichtig die richtigen Laufschuhe sind. Es beginnt schon bei der eigenen Gesundheit: Die Wege des Rennsteigs bestehen teilweise aus Asphalt, aus Schotter oder festem Waldweg. Also alles vergleichsweise harte Oberflächen. Und die belasten sowohl die Knochen und Sehnen der Füße als auch die der Gelenke mehr als ein ungleich weicherer Boden.

Kommt noch hinzu, dass jeder Mensch etwas anders auftritt und es zudem fünf Obergruppen von Laufschuhtypen gibt, ergeben sich extrem viele Kombinationsmöglichkeiten. Bloß: Es gibt für die meisten Menschen nur eine, die sowohl der Rennsteig-Strecke, als auch ihren körperlichen Bedürfnissen und ihrem Laufstil gerecht wird. Selbst alte Hasen machen hier noch oft genug Fehler und fahren mit den falschen Schuhen in den Laufurlaub – denn wer zuhause nur einmal wöchentlich joggen geht und dann im Urlaub täglich, benötigt definitiv mehr Dämpfung, weil seine Gelenke diese Belastung nicht gewohnt sind. Damit genau das nicht passiert, sollte vor Antritt im Idealfall eine Laufband-Analyse durchgeführt werden, um genau den einen passenden Schuh herauszufinden. Worauf Erstkäufer in jedem Fall achten sollen:

•    Kein Drücken, nirgends, auch nicht im Geschäft
•    Kein Kontakt zwischen Schuh und Knöchel (Wundscheuern)
•    Breit genug, damit die ganze Fußsohle aufliegt.

Wer gerne im Sommer den Rennsteig erlaufen will, kann, sofern seine Füße nicht übermäßig schwitzen, zu Laufschuhen aus Netz-Material greifen und die Laufsocken im Koffer lassen. Dennoch gilt auch bei dieser Laufvariante: Nach jedem Ausflug die Schuhe, am besten im Freien, gut auslüften lassen, damit sich keine Bakterien sammeln, die zu Geruch führen.

Kein Fuß gleicht dem anderen. Und selbst passende Schuhe, die auf dem Laufband funktionieren, können für die Kieswege und Trampelpfade des Rennsteig eine schlechte Wahl sein.

2. Unterwäsche

Gute Laufunterwäsche ist gerade bei Hitze nicht nur ein Wohlfühl- sondern Leistungsfaktor: Ihre synthetischen Materialien verhindern einen Hitzestau und transportieren Schweiß von der Haut weg. Das kühlt wiederum den Körper und ermöglicht auch an heißen Rennsteig-Tagen ein angenehmes Laufklima.

3. Laufhosen

Bei den Beinkleidern gibt es für Läufe auf dem sommerlichen Rennsteig praktisch nur zwei Alternativen:

1. Extrem kurze Sporthosen. Diese lassen das gesamte Bein frei und ermöglichen somit eine optimale Schweißverdunstung. Aber das hat auch Nachteile: Es fängt damit an, dass bei hoher Sonneneinstrahlung ruck zuck Sonnenbrand auftritt und endet damit, dass die Oberschenkel ohne Stoffschicht aneinander reiben können – ein schmerzhafter „Wolf“ entsteht, der einem nicht selten für mehrere Tage das Laufen gründlich vermiest. Wer also „short Shorts“ beim Laufen tragen will, sollte nicht nur die Beine mit Sonnencreme einschmieren, sondern auch darüber nachdenken, die gefährdeten Innenseiten der Oberschenkel durch Tape oder Vaseline zu schützen.

2. Kurze Lauf-Tights sind prinzipiell die bessere Alternative, obschon sie etwas teurer sind. Prinzipiell handelt es sich dabei um einen entfernten Verwandten der altbekannten Radlershort: Sie sind maximal knielang und lassen deshalb genug unbedeckte Verdunstungsfläche übrig. Gleichzeitig bestehen sie aus modernen Funktionsstoffen und transportieren ebenfalls den Schweiß von der Haut weg. Weil sie jedoch so lang sind und hauteng anliegen (also bitte nicht zu groß kaufen), besteht absolut keine Gefahr, sich einen Wolf zu laufen.

Je nach Wetterlage kann es am Rennsteig allerdings auch im Sommer an manchen Tagen kühl sein. Wer nicht riskieren will, dass seine Beinmuskulatur dann durch den „Fahrtwind“ übermäßig auskühlt, sollte dementsprechend auch eine knöchellange Lauftight einpacken.

4. Oberbekleidung

Viele Läufer begehen einen Fehler: Sie tragen die perfekten Laufschuhe, eine passende Lauf-Unterhose und entsprechende Lauftights – nur um den Oberkörper mit einem Baumwoll-T-Shirt zu bedecken. Laut Professor Markus Walther ein ziemlicher Fauxpas: Der Mediziner gibt zu bedenken, dass sich normale Baumwolle äußerst schnell mit Schweiß vollsaugt – allerdings gibt das Gewebe diese aufgenommene Feuchtigkeit nur sehr langsam ab. Wer also an einem heißen Tag die steileren Passagen des Rennsteigs im Laufschritt überwindet, hat binnen kurzer Zeit einen schweren, nassen „Sack“ am Oberkörper hängen. Und im Gegensatz zu einer freien Verdunstung, wie sie etwa beim Laufen ganz ohne Oberbekleidung auftreten würde, werden dann niedrigere Temperaturen erzielt – die Haut wird die ganze Zeit von kaltem Stoff bedeckt, die Kälte dringt ins Gewebe ein und kühlt schließlich auch die Muskeln aus – Zerrungen drohen.

Alleine schon deshalb sollten Rennsteig-Jogger auch bei der Oberbekleidung auf Sport-Synthetik setzen. Schon ein ärmelloses Tank-Top aus Hightech-Materialien macht einen deutlichen Unterschied aus (lässt aber wie die ganz kurze Short ebenfalls viel Haut vor der Sonne ungeschützt). Doch bieten Laufshirts noch einen weiteren Vorteil: Kein Baumwoll-Shirt kann so eng anliegen wie Synthetik, durch die Bewegungen und den Schweiß leiert es sich automatisch während des Laufs aus. Und das kann ebenfalls für schmerzendes Wundscheuern sorgen – etwa an den Brustwarzen. Synthetik bleibt hingegen dauerhaft enganliegend. Wobei Käufer auch hier freilich darauf achten sollten, dass das Shirt zwar hauteng ist, aber eben nicht so extrem, dass das Einatmen nur unter erhöhter Anstrengung möglich ist.

Der Sinn enganliegender Laufbekleidung ist nicht etwa, eine knackige Figur zu betonen, sondern vor allem, Schweiß gut abzutransportieren und Wundscheuern zu verhindern.

5. Equipment

Auch wenn beim Laufen jedes Gramm Gewicht zählt, sollten sich Jogger dennoch nicht ganz ohne zusätzliche Ausrüstung auf den Rennsteig begeben:

  • Eine dünne Mütze mit Schirm schützt nicht nur vor der Sonne, sondern verhindert auch, dass Schweiß in die Augen rinnt.
  • Dehydrierung ist der Feind des Läufers. Und gerade weil der Rennsteig durch viele unbewohnte Gebiete führt, sollte auf einen ausreichenden Wasservorrat geachtet werden – notfalls via Trinkblase in einem leichten Rucksack.
  • Wer länger als eine Stunde pro Tag läuft, sollte über die Anschaffung einer Pulsuhr nachdenken, um seine Herzfrequenz im Auge behalten zu können.
  • Gerade in den entlegeneren Ecken des Rennsteigs sollte auch ein Smartphone dabei sein – wie schnell knickt man um, benötigt Hilfe und muss dann die GPS-Koordinaten durchgeben können.

Fazit
Der Rennsteig ist für Läufer genauso gut geeignet wie für Wanderer. Allerdings sollten gerade extrem leicht denkende Stadtläufer ob der Natur und Weitläufigkeit des Steigs viel eher an professionelleres Equipment denken – das natürlich auch nach einem Urlaub beim Joggen noch gute Dienste leisten kann.

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