Rennsteigwanderung mit dem Rollstuhl
Da der Rennsteig am Startpunkt über 2 Etappen erstmal nur nach oben geht, haben wir uns entschlossen erst ab Neue Ausspanne zu starten. Ausserdem hatten wir nur 6 Wandertage zur Verfügung, sodass wir uns die Etappen einteilen mussten.
Unterwegs war ich mit meiner Frau, wobei ich der Rollstuhlfahrer bin. Ich hatte keine Antriebsunterstützung benutzt und bin körperlich relativ fit und trainiert. Ausserdem sind meine Frau und ich ein eingespieltes Team, dass schon so einige „rollstuhluntaugliche“ Wege gemeistert haben.
Etappe 1: Neue Ausspanne bis Oberhof
Bereits kurz nach dem Start kommt ein Anstieg, der aber vom Weg her gut zu meistern ist. Insgesamt geht diese Etappe abwechselnd durch Wald oder an der Waldkante/Wiese entlang. Das machte es im Sommer angenehmer, da es viel Schatten gab. Der zweite Anstieg nach ca. 4 km ist anspruchsvoll. Dieser ist relativ steil und leider mit losem Schotter als Untergrund. Daher mussten wir hier mit kurzen Pausen das Stück überwinden. Aber zu zweit ist das kein Problem gewesen, nur anstrengend. Zwischendrin hat man immer wieder schöne Ausblicke in die Ferne. Auf der Hälfte ging es mal bergab, wobei hier der Weg ausgespühlt war und größere Steine auf dem Weg lagen. Aber es ging trotzdem ganz gut. Kurz vor Oberhof kommt nochmal ein kurzes Stück mit Steinen und Wurzeln bergauf. Man kann das mit dem Radweg umgehen, wie die meisten „Probleme“ auf dem Weg. Allerdings ist dieser manchmal wesentlich länger. Daher haben wir immer den Fußweg benutzt. Nach ca. 17 km und 7h Marsch kamen wir dann in Oberhof am Hotel an. Das war durch die Wärme anstrengend, aber trotzdem eine der schönsten Etappen.
Etappe 2: Oberhof bis Neustadt am Rennsteig
Diese Etappe habe ich mit dem Rollstuhl ausgelassen, da es mit 24 km sehr lang geworden wäre. Aufgrund der Wärme und Erfahrungen vom Vortag ging meine Frau dieses Stück allein.
Abschließend war das auch gut so, denn diese Etappe ist mit Rollstuhl leider nicht möglich. Der Weg ist über lange Strecken schmal als Trampelpfad oder geht über Wurzeln. Nur kurze Stücke sind breit genug und eben, um mit dem Rollstuhl nutzbar zu sein.
Etappe 3: Neustadt am Rennsteig bis Limbach
Diese Etappe geht wieder, ist aber erst ab Masserberg zu empfehlen. Dann sind es knapp 14 km. Von Neustadt bis Masserberg geht es einmal steil bergauf und der Weg ist teilweise mit Wurzeln und Stufen gespickt. Daher sind wir später eingestiegen. Die Wegbeschaffenheit wechselt von kurzer Wiese zu Waldweg oder fester Schotter. Es geht wie schon zu Beginn erst durch Wald und später über Wiese. Am Ende wartet dann ein Fleischer, bei dem es auch Eis oder Kuchen zur Stärkung gibt. Von Limbach weiter bis Neuhaus am Rennweg ist es mit dem Rollstuhl nicht zu empfehlen. Es geht größtenteils nur bergauf und der Weg ist zwischendrin unwegsam und schmal mit großen Steinen und Wurzeln.
Etappe 4: Neuhaus am Rennweg bis Spechtsbrunn
Diese Etappe verläuft auch wieder abwechselnd durch Wald und über Wiese und ist ebenfalls um die 15 km lang. Bis Ernstthal lief es auch ganz gut. Leider ging der Weg ab Ernstthal dann über Wurzeln weiter, weshalb ich dann umgedreht bin. Möglich wäre hier wieder alternativ ein Stück den Radweg zu nehmen, da dieser später wieder auf den Fußweg trifft. Der Rest bis Spechtsbrunn wäre dann wieder möglich. So endete diese Etappe leider früher als gedacht für mich.
Etappe 5: Spechtsbrunn bis Brennersgrün
Diese Etappe ist unspektakulär und war wieder anstrengend. Diesmal aber nicht aufgrund von Anstiegen, sondern weil der Weg immer an der Straße entlang ohne Schatten verlief. Dies geht so über ca. 11 km. Dafür lässt es sich auf dem Asphalt gut rollen. Das letzte Stück geht dann nochmal ca. 5 km durch Wald. Wir haben die Kühle des Waldes genossen.
Etappe 6: Grumbach bis Blankenstein
Nun ging es dem Ziel entgegen. Das war die entspannteste Etappe, da es nun bis auf ein paar kleine Steigungen ausschließlich geradeaus oder bergab ging. Der Weg geht nur anfangs noch durch Wald. Später läuft man leider wieder ca. 8 bis 10 km parallel zur Straße. Kurze Stücke bin ich mit dem Rollstuhl auf der Straße gefahren, da der Fußweg nicht rollstuhltauglich war. Aber es gab nochmal schöne Ausblicke in die Ferne, bevor wir am Ziel in Blankenstein ankamen. Im Ort geht es dann nochmal steil bergab.
Im nächsten Jahr versuchen wir vielleicht noch die Etappen von Neue Ausspanne bis Ruhla. Vorher holen wir aber noch Infos ein.
Der Rennsteig ist ein schöner Wanderweg, wenn auch nicht durchgängig mit dem Rollstuhl zu meistern.
Dies war meine erste Langstreckenwanderung, aber bestimmt nicht die Letzte.