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Die Runst auf Rädern – Zwei Suhler auf E-Bike-Tour über den Rennsteig

Was macht man, wenn durch die Corona-Pandemie auf einmal vieles anders ist?
Die lang geplante Fotoreise nach Barcelona: abgesagt – Ein Sommerurlaub: ungewiss.
Der Alltag der letzten Wochen: geprägt von Kinderbetreuung und Homeoffice. Irgendwann braucht man da mal etwas Abwechslung. Die beiden Suhler Henry und Andreas verabreden sich kurz entschlossen zu einer Radtour über den Rennsteig - 169,3 Kilometer von Hörschel nach Blankenstein in vier Tagen. Ein Reisebericht.

Es ist ein traumhaft sonniger Montagvormittag. Wir stehen im Zug, der uns von Eisenach in den nahegelegenen Ortsteil Hörschel bringt. Hier beginnt bzw. endet der Rennsteig, je nachdem aus welcher Richtung man ihn erkundet.

Gerade haben wir in Eisenach beim Radspezialisten TravelButler, einst Gewinner des Thüringer Marketingpreises für Tourismus,  zwei E-Bikes ausgeliehen.  Vor uns liegen vier spannende Tage auf dem Rennsteig mit teils heftigen Höhenunterschieden. Unser Ziel ist es, die einzelnen Etappen maximal zu genießen und nicht völlig außer Puste abends anzukommen. Ein E-Bike schien uns daher das optimale Fortbewegungsmittel zu sein und mit Anfang bzw. Ende 40 sind wir beide ja auch nicht mehr die Jüngsten.

Gleich im Zug treffen wir auf zwei junge Männer aus Erfurt, die ebenfalls den Rennsteig mit Mountainbikes abfahren wollen. Die beiden haben dafür drei Tage eingeplant und wollen unterwegs wild campen. Wir selber mögen es dann doch lieber etwas komfortabler und haben uns richtige Unterkünfte gebucht, also mit bequemen Betten, Bädern und Restaurants. Wir sind halt bekennende Warmduscher.

Tag 1 – Von Hörschel zur Ebertswiese

Wie es zu einer traditionellen Rennsteigtour gehört – ob zu Fuß oder per Fahrrad – starten wir in Hörschel direkt am Ufer der Werra. Ein Hinweisschild macht uns auf einen alten Brauch aufmerksam: „Wanderer halt` ein. Trag nach alter Sitte einen Stein zur Selbitz bitte!“
Nach einem Erinnerungsfoto an einem Wegweiser voll mit alten Wanderschuhen fischen wir also jeweils einen kleinen Stein aus der Werra, um diesen dann nach 4 Tagen in Blankenstein in den Fluss Selbitz zu werfen.

Der erste Tag wird am anspruchsvollsten was die Höhenunterschiede betrifft.
Gleich hinter Hörschel geht es ordentlich bergauf. Wir durchqueren Laubwälder mit vorwiegend Buchen und Eichen und genießen dabei mehrfach den Ausblick ins Werratal.

Nach kurzer Zeit treffen wir auf eine Gruppe von fünf Frauen, die zu einer 3-tägigen Husky-Wanderung aufgebrochen sind. Die Hunde sind dabei genau wie wir vom ersten Anstieg völlig ins Schwitzen geraten und dürsten nach Wasser.

Gegen Mittag erreichen wir den Rastplatz „Wilde Sau“, mit dem ältesten datierten Stein (1483) am gesamten Rennsteig sowie einem herrlichen Blick zur Wartburg. Nach einem kleinen Mittagssnack radeln wir weiter Richtung „Hohe Sonne“ und anschließend immer in Richtung Großer Inselsberg.

Ein paar Kilometer hinter dem „Ruhlaer Häuschen“ gelangen wir zu den Granitfelsbrocken „Glöckner“, nur wenige Meter vom Rennsteig entfernt. Ohne den vorherigen Blick in unseren Reiseführer wären wir wahrscheinlich an der Felspartie vorbeigefahren, hätten dabei aber unseren fotografischen Höhepunkt des Tages verpasst. Der Ausblick von hier ist gigantisch – im Vordergrund die gewaltigen Felsen und im Hintergrund ein traumhaftes Wald-Panorama. Nur ein leichter Wind unterbricht die vollkommene Stille der Natur.

Der anschließende Aufstieg auf den Inselsberg ist die Hölle. Die Steigung ist hier zum Teil so steil, dass selbst mein E-Bike im höchsten Gang es nicht schafft und ich mich fürs Schieben entscheide. Vielleicht ist auch einfach nur das Gepäck zu schwer. Neben den üblichen Klamotten haben wir auch noch Ersatz Akkus, mehrere Kameras sowie einige Liter Wasser dabei. Peinlich ist nur, dass mich ein sportlicher und muskulöser Rentner aus Brotterode auf dem steilsten Stück der Strecke überholt. Ich bin definitiv zu untrainiert und sitze wahrscheinlich im Alltag zu viel im Büro. Das Klicken der Maustaste ist bei mir über Stunden oft die einzige Bewegung. Dafür ist der rechte Zeigefinger topfit.

Auf dem Inselsberg angekommen, heißt es erstmal tief Luft holen und die Aussicht genießen. Traurig ist allerdings, dass an diesem Tag auf einem bei Touristen so beliebten Berg keinerlei Gastronomie geöffnet hat. Der Eigentümer des Berggasthofes sucht laut Info des sportlichen Rentners wohl gerade einen Nachfolger.

Mittlerweile ist es bereits nach 18 Uhr und wir fahren straff weiter Richtung Ebertswiese, unserem heutigen Tagesziel. „Hoffentlich bekommen wir dort später noch was zu Essen“ denke ich und es geht die nächsten Kilometer immer wieder steil bergauf und bergab.
Nach einem weiteren Stopp an einem Aussichtsturm mit Blick auf den abendlichen Thüringer Wald erreichen wir das Berghotel Ebertswiese gegen 19:30 Uhr und gerade noch rechtzeitig vor Küchenschluss.

Tag 2 – Von der Ebertswiese nach Frauenwald

Der nächste Morgen ist geprägt von Schmerzen. Uns tut wirklich alles weh – ein Muskelkater vom Feinsten. „Wie wollen wir noch drei weitere Tage aushalten, wenn wir jetzt schon so fertig sind“ sagte ich zu meinem Mitstreiter Andreas.

Beim Frühstück im Berghotel lernen wir ein Pärchen aus Großbritannien kennen - sie Engländerin, er Schotte. Die beiden sprechen erstaunlich gut Deutsch und stellen sich uns als Brexit-Flüchtlinge vor. Aktuell leben sie in Leipzig und ziehen alle paar Wochen weiter. Als Freiberufler, so berichten sie, sei das alles kein Problem. Und in dieser Woche steht eine Rennsteigwanderung an, auch „Runst“ genannt.

Gut gestärkt starten wir in die Etappe 2 unserer Tour. Zunächst jedoch erlauben wir uns einen Abstecher zum nahegelegenen Spitterfall, den mit 19 Metern höchsten natürlichen Wasserfall Thüringens. Da dieser 80 Höhenmeter unterhalb des Rennsteigs liegt, war die Rückfahrt mit den voll beladenen Rädern wieder mit enormer Kraftanstrengung und erhöhtem Herzschlag verbunden. Besser wäre es gewesen, die Räder oben am Weg abzustellen und zu Fuß zum Wasserfall zu laufen. Aber was macht man nicht alles für ein paar gute Fotos. Der zweite kurze Abstecher führte uns zum Bergsee Ebertswiese. Der bis zu 13 Meter tiefe Bergsee entstand einst durch das Betreiben eines Steinbruches. Als man beim Gesteinsabbau eine Wasserader anbohrte, bildet sich innerhalb weniger Tage aus dem Bergwerksloch der heutige Bergsee.

Zurück auf dem Rennsteig ging`s weiter Richtung Neue Ausspanne, wo ein in Holz geschnitzter Martin Luther auf den ebenfalls dort verlaufenden Lutherweg aufmerksam macht. Nach einigen Auf und Ab erreichen wir schließlich die Schutzhütte Wachsenrasen oberhalb von Oberschönau. Die Hütte ist die einzig Steinerne ihrer Art entlang des Rennsteigs. Auf dem Rastplatz vor der Hütte kommen wir mit einem Rentner-Pärchen aus Gotha ins Gespräch. Die beiden sind sehr sportlich und nutzen jeden sonnigen Tag für Radtouren im Thüringer Wald.

Wir fahren weiter zum Grenzadler, vorbei am Biathlonstadion Richtung Rondell.
Als Suhler kennen wir diesen Abschnitt ziemlich gut, vor allem vom Skifahren im Winter.
Wir treten fleißig in die Pedale und erreichen nach verschiedenen kurzen Fotostopps „Plänckners Aussicht“ am Großen Beerberg. Auf einer Höhe von 973 m NN ist dies zugleich der höchste Punkt des Rennsteigs. Vom Aussichtsturm aus genießen wir den Blick auf unsere Heimatstadt Suhl und das umliegenden Bergpanorama.

Weiter geht es Richtung Schmücke, vorbei am Herbert-Roth-Gedenkstein, weiter Richtung „Mordfleck“  und schließlich zur „Alten Tränke“, einer herrlichen Waldwiese unterhalb des „Großen Finsterberges“. Die Grafen von Henneberg ließen einst im Mittelalter hier ihr Vieh grasen und tränken, daher der Name.

Auf schmalen Pfaden führt unser letzter Tagesabschnitt über den Bahnhof Rennsteig Richtung Frauenwald. Wir verlassen den Rennsteig und radeln zu unserer heutigen Unterkunft – dem Gasthaus Waldfrieden in Frauenwald, welches wir vor allem wegen der Grillspezialitäten vom Kamin ausgewählt haben. Ausgehungert von der vielen Bewegung des Tages haben wir uns mit Vorsuppe, Salat und einem 300g Rumpsteak mit Bratkartoffeln einmal quer durch die Speisekarte gefuttert. Es war ein Traum und der kulinarische Höhepunkt der vier Tage.

Tag 3 – Von Frauenwald nach Spechtsbrunn

Entgegen der Wetter-App ist es heute stark bewölkt und deutlich kühler als in den vergangenen Tagen. Mit aufgeladenen Akkus geht’s wieder los. Kurz vor Allzunah stoßen wir erneut auf den Rennsteig und steuern unser erstes Ziel an, den Großen Dreiherrenstein.

In unmittelbarer Nähe vom Stein befindet sich der Mittelpunkt des Rennsteigs.
Wir sind stolz, dass wir mit knapp 85 Kilometern die Hälfte schon mal geschafft haben.
Kurz darauf durchfahren wir Neustadt am Rennsteig, wo der Wanderweg entlang der Hauptstraße einmal komplett durch den Ort führt. Ein paar Wochen vorher wäre eine solche Durchfahrt nicht möglich gewesen. Die ganze Ortschaft stand Ende März / Anfang April 2020 komplett unter häuslicher Quarantäne. Knapp 50 Corona-Infizierte sorgten in der 900-Seelen-Gemeinde für jede Menge mediale Berichterstattung.

Wir fahren weiter parallel zur Landstraße in Richtung Masserberg. Unterwegs sorgt das Überwinden einer umgestürzten Fichte für eine kleine Kraftanstrengung. Wir erreichen schließlich die Schwalbenhauptwiese, eine der schönsten Bergwiesen am Rennsteig. Vor ein paar Jahren habe ich diese einmal im Juni bei voller Blumenpracht fotografiert. Heute jedoch fängt es an zu tröpfeln und alles ist grau. Bei der Triniusbaude beginnt ein besonders fieses Stück des Weges mit zahlreichen Wurzeln und einem erneut steilen Anstieg. Auf der kurz darauf folgenden Landstraße nach Heubach beschließen wir beide, mal ein bisschen zu schummeln. Bisher sind wir ja komplett den Original-Wanderweg abgefahren. Ein paar Kilometer Straße bis nach Masserberg, statt mühsamer Plagerei über die Wurzeln, sollte da  ausnahmsweise mal möglich sein. Am Rennsteighaus in Masserberg stoßen wir wieder auf den Rennsteig und fahren weiter Richtung Aussichtsturm Rennsteigwarte. Hier angekommen wird der mittlerweile einsetzende Regen immer stärker und wir sind uns einig, diesen Turm mal nicht zu besteigen. Zum einen ist die Aussicht oben komplett verglast und damit für Fotos nicht so optimal, zum anderen würde bei jeder Treppenstufe der Muskelkater in den Oberschenkeln so richtig spürbar.

Wir radeln zügig weiter durch den Regen in Richtung Friedrichshöhe. Dort sind wir im Naturpark Thüringer Wald auf einen Kaffee bzw. Tee eingeladen. Mit Holger Jakob, der dort die Thüringer Wald Card managt, plaudern wir über unsere Fototour sowie den Tourismus im Thüringer Wald. Nach einer trockenen und warmen halben Stunde fahren wir weiter. Die heutige Etappe ist mit ca. 50 Kilometern die Längste von allen und es steht noch eine ordentliche Wegstrecke vor uns.

Kurz hinter Friedrichshöhe erwartet uns am Dreistromstein eine in Deutschland einmalige hydrographische Besonderheit. An diesem Punkt kann man die dreiseitige Wasserscheide der Stromgebiete des Rheins, der Weser und der Elbe überschauen. In unmittelbarer Nähe ist der Ursprung von Bächen, deren Wässer im weiteren Verlauf den drei Strömen zufließen.

Weiter geht’s nach Limbach, wo direkt neben der Greiner Gruft nochmals ein steiler Anstieg nötigt ist. Wie immer bei solchen Bergen motiviert mich Andreas mit den Worten: „Komm, wir gönnen uns mal wieder was ...“ und meint damit die höchste Stufe unserer E-Bikes.

Kurz vor Neuhaus am Rennweg verlassen wir abermals den Rennsteig für einen Abstecher zur Schutzhütte Weidmannsheil. Von hier genießen wir bei einer kurzen Rast den Ausblick auf die Talsperre Scheibe-Alsbach. Wir fahren weiter nach und durch Neuhaus am Rennweg, durch Ernstthal immer Richtung Spechtsbrunn. Unterwegs gibt es beim „Frankenblick“ Einblicke in das benachbarte Bayern.

Ebenfalls auf der Strecke liegt eine Waldlichtung, bei der ein Fichtenwald auf einer riesigen Fläche einer Borkenkäfer-Plage zum Opfer fiel. Zwar gibt es hier erneut herrliche Fernblicke, jedoch zeigen die zahlreichen Baumstümpfe, welch großen Schaden diese kleinen Tierchen anrichten können.

Oberhalb von Berggasthof Brand stoppen wir an einem ehemaligen Schieferbruch, der einst zur Herstellung von Griffeln diente. Wir sind fasziniert von den Bergen an schwarz-blauen Schiefergestein. Ich packe mir ein paar Exemplare in die Fahrradtasche. Kurz darauf treffen wir hier auf drei Bekannte aus Suhl, die zufällig zur gleichen Zeit den Rennsteig mit dem Fahrrad erkunden, nur eben genau in die andere Richtung.

Kurz vor Spechtsbrunn sorgt eine Herde mit Kühen und süßen Kälbern für einen weiteren Fotostopp. Wie professionelle Models posieren die Tiere vor unserer Kamera bis schließlich ein junger Mann aufgeregt auf uns zu gerannt kam. Lukas ist zusammen mit seiner Freundin Julia ebenfalls mit Rädern unterwegs. Sie haben einen Platten und auch Flickzeug dabei, die Luftpumpe jedoch leider zu Hause vergessen. Die beiden freuen sich, dass wir helfen können und nach zwei Versuchen klappt es schließlich, den Reifen zu flicken. Julia und Lukas kommen aus Hamburg, sind beruflich Lehrer bzw. Lehramt-Studentin und entfliehen für ein paar Tage am Rennsteig dem Großstadtrummel. Die beiden übernachten im Zelt und sind nun glücklich, dass es am nächsten Morgen mit repariertem Rad weitergehen kann.

Kurz vor 20 Uhr erreichen wir auch unser heutiges Tagesziel, die Pension „Peterhänsel“, wo wir auch noch zu später Stunde liebevoll bekocht werden.

Tag 4 – Von Spechtsbrunn nach Blankenstein

Heute beginnt also der letzte Tag unserer viertägigen Reise. Wir starten früher als sonst schon kurz nach 8 Uhr bei sonnigem Wetter und gut gelaunt Richtung ehemalige innerdeutsche Grenze. Nach einem kurzen Abstecher am Altjäger-Moor gelangen wir zum Dichterwald. Auf wetterfesten Holz- und Schiefertafeln wird hier an bekannte deutsche Dichter und deren literarische Werke erinnert. Eine nette Idee, wie wir finden.

An der kurz darauf folgenden Schleifenwiese verlassen wir Thüringen und befinden uns fortan in Bayern, genauer in Oberfranken / Frankenwald. Über 40 Jahre lang war die Region durch tödliche Sperranlagen voneinander getrennt inkl.  Zäune mit Stacheldraht, Signal- und Selbstschussanlagen sowie Tretmienen. Soldaten mit Schießbefehl patrouillierten das Gebiet. Die ganze Gegend rund um die Grenze war für Menschen weitläufig abgeriegelt. Flüchtende DDR-Bürger wurden erschossen – auch hier.
Seit dem Jahr 1990, also seit exakt 30 Jahren, ist der Rennsteig nun wieder durchgängig begehbar. Einige Infotafeln mit Fotos und interessanten Berichten erinnern an diese Zeit.

Kurz nach Grenzüberschreitung zweigt eine ca. 8 Kilometer lange Alternativ-Route links in den Wald ab. Wir aber bleiben auf dem Original-Rennsteig, der nun etwas eintönig direkt neben der stark befahrenen Landstraße nach Steinbach am Wald führt. Dort gelingt es uns nicht, an einer Konditorei vorbeizufahren und so gibt es nun eine Pause mit leckeren Streuselkuchen und Mandelhörnchen. Mit vollen Bäuchen radeln wir weiter durch den Ort und folgen dem Rennsteig Richtung Brennersgrün. Ein besonders schöner Abschnitt ist etwas später der Schönwappenweg, mit sehr sehenswerten alten Wappensteinen. Wir erreichen kurz darauf abermals die Grenze, die wir nun von Bayern nach Thüringen überqueren. Auch hier erinnern Hinweisschilder an die Sperranlagen der DDR sowie an die erste deutsch-deutsche Rennsteigwanderung vom 28. April 1990 von Brennersgrün nach Spechtsbrunn.

Nach einem kleinen Fotoabstecher zum Altvaterturm bei Brennersgrün erreichen wir am frühen Nachmittag bei Grumbach einen Abschnitt, bei dem der Rennsteig direkt durch ein blühendes Rapsfeld führt. Wir sind erneut positiv überrascht, welche unterschiedlichen Landschaften uns dieser Weg so bringt. Für uns Fotofreaks gibt es hier natürlich jede Menge Motive und mit den kleinen Wolken im Himmel haben wir heute auch den perfekten Tag dafür.

Wir fahren nun zügig weiter, denn am späten Nachmittag müssen wir in Blankenstein schließlich pünktlich am Bahnhof ankommen. Auf breiten Schotterwegen können wir jetzt noch mal so richtig Gas geben und legen bei Geschwindigkeiten von über 30 km/h einige Kilometer zurück. Erneut kommen wir an Rapsfeldern vorbei, doch diesmal summt es gewaltig um uns herum.
Wir befinden uns in der Einflugschneise von mehreren Bienenvölkern, deren Behausung gleich neben dem Weg von einem Imker aufgestellt wurde.

Die letzten Kilometer sind geprägt von herrlichen Ausblicken in die Umgebung. Wir fahren auf schmalen Pfaden direkt neben der Straße und erreichen schließlich Blankenstein. Unser Zug steht bereits im Bahnhof, doch wir haben noch etwas Zeit. Da war ja noch was mit den kleinen Steinen in der Hosentasche. Diese werfen wir nun völlig erleichtert in den Fluss Selbitz und haben zugleich unsere Mission erfüllt.

Fazit:
Da wir leider keine 8 Tage Zeit hatten, um den Rennsteig entspannt abzuwandern, war die viertägige Tour mit den Rädern optimal. Ohne E-Bike hätten wir tagsüber für die kleinen Fotopausen viel zu wenig Zeit gehabt und wären wahrscheinlich am Ende unserer Kräfte. So war die Tour Abenteuer und Genuss zugleich. Wie lautete doch ein Kommentar auf ein von mir gepostetes Bild bei Instagram: „Ein Thüringer muss tun, was ein Thüringer tun muss.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.
 

Text: Henry Czauderna