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Den Rennsteig in Etappen wandern: Planung, Ausrüstung und die schönsten Abschnitte

Der Rennsteig zieht sich über den Kamm des Thüringer Waldes und gehört zu den bekanntesten Fernwanderwegen Deutschlands. Nach Angaben der Naturparkverwaltung Thüringer Wald misst er 169,3 Kilometer und führt von Hörschel bei Eisenach an der Werra bis nach Blankenstein an der Saale. In Etappen geteilt ergeben sich daraus acht Wandertage, an denen das Wetter mehrfach wechseln kann. Oben am Kamm fällt deutlich mehr Niederschlag als in den Tälern ringsum. Wetterfeste Ausrüstung trägt auf dieser Route deshalb mehr zum Gelingen bei als eine starke Kondition.

Der Weg führt vom Thüringer Wald bis in den Frankenwald
Hinter Hörschel steigt der Weg zum Kamm auf, streift das Thüringer Schiefergebirge, durchquert bayerisches Gebiet und endet im nördlichen Frankenwald. Die Naturparkverwaltung nennt den Schwierigkeitsgrad mittel und ein weißes R als durchgehende Markierung. Exakt beschrieben hat den Verlauf 1830 der Gothaer Topograph Julius von Plänckner. Zur Tradition gehört ein Kieselstein, den Sie an der Werra aufnehmen und am Ziel in die Saale werfen.

Acht Etappen teilen die Strecke in Tagesabschnitte
Die gängige Einteilung führt von Hörschel zur Hohen Sonne, weiter über Grenzwiese, Grenzadler, Allzunah, Friedrichshöhe, Spechtsbrunn und Brennersgrün nach Blankenstein. Alle acht Abschnitte stehen mit Start- und Zielort in der Übersicht zum Wandern auf dem Rennsteig. Dort gibt es außerdem einen Gepäcktransfer zum nächsten Übernachtungsort.

Die mittleren Etappen verlaufen auf dem höchsten Abschnitt
Die Naturparkverwaltung gibt die Höhenlage mit 196 bis 973 Metern über Normalnull an. Den tiefsten Punkt markiert der Auftakt an der Werra, den höchsten der Kamm im Mittelteil rund um Grenzwiese und Grenzadler. Weiter östlich nimmt die Höhe im Schiefergebirge wieder ab, bis der Weg in Blankenstein die Saale erreicht.

Drei Schichten Kleidung fangen den Wetterwechsel ab
Mehrere dünne Schichten lassen sich besser regulieren als ein dickes Kleidungsstück. Nach innen gehört ein Funktionsshirt, in die Mitte eine wärmende Fleeceschicht, nach außen die wetterfeste Lage. Lange Hosen aus schnell trocknendem Material schützen vor Brennnesseln und Zweigen. Baumwolle bleibt besser im Schrank, weil sie Nässe hält und bei Wind auskühlt.

Wanderschuhe und Socken entscheiden über den Tagesabschluss
Der Untergrund wechselt zwischen Waldboden, Schotter und wurzeligen Pfaden. Ein knöchelhoher Wanderschuh mit fester Sohle gibt dem Fuß Halt und nimmt den Stößen die Spitze. Eingelaufen sein muss er vor der ersten Etappe, denn frische Schuhe und zwanzig Kilometer am Tag passen schlecht zusammen. Wandersocken aus Merinowolle oder einem Funktionsgemisch federn die Reibung ab und leiten Schweiß weiter.

Der Rucksack braucht einen eigenen Regenschutz
Mit Gepäcktransfer reicht ein Tagesrucksack, ohne ihn wird es ein Tourenmodell. Entscheidender als das Volumen ist auf dieser Strecke die Regenhülle. Fast jeder Rucksackstoff ist wasserabweisend ausgerüstet und saugt sich bei Dauerregen trotzdem voll, und nasse Wechselkleidung nützt am Quartier wenig.

Eine eigene Anleitung des Portals geht durch, wie Sie den Rucksack für die Wanderung packen. Ihr Abschnitt zu Wind, Regen und Sonne nennt Regencape und Regenschirm, für die Kammlage kommt eine dritte Lösung dazu.

Warum eine gute Regenjacke auf dem Rennsteig unverzichtbar ist
Eine Hardshelljacke schützt den Oberkörper über Stunden, lässt sich beim Gehen öffnen und wandert in der Pause zurück in den Rucksack. Ein Cape flattert auf dem freien Kamm im Wind, ein Schirm ist dort kaum zu halten. 
Die Übersicht der Regenjacken bei Shops wie unterwegs.biz lässt sich nach Gewicht, Preis, Nachhaltigkeitssiegel und der Eigenschaft wasserdicht filtern.

Auf dem Kamm fällt mehr als doppelt so viel Regen wie im Tal
Die vieljährigen Mittelwerte 1991 bis 2020 in der Niederschlagsstatistik des Deutschen Wetterdienstes weisen für die Station Schmücke auf 937 Metern über Normalnull 1.320,9 Millimeter Jahresniederschlag aus. Neuhaus am Rennweg auf 845 Metern liegt bei 1.155,6 Millimetern, Suhl-Heidersbach auf 576 Metern bei 1.119,3 Millimetern. Meiningen auf 450 Metern kommt auf 648,3 Millimeter, Erfurt-Weimar auf 316 Metern auf 534,6 Millimeter. Die Kammlage bekommt damit etwa das Doppelte bis Zweieinhalbfache der Talwerte. An der Schmücke ist der Dezember mit 146,1 Millimetern der nasseste und der April mit 70,9 Millimetern der trockenste Monat. Dazu kommen im Mittel 132,6 Frosttage und 61,9 Eistage pro Jahr, in Neuhaus am Rennweg 126,6 und 57,4.

Die Membran arbeitet nur mit Temperaturunterschied
In den Datenblättern tauchen MVTR und RET auf. MVTR nennt die Menge Wasserdampf in Gramm, die ein Quadratmeter Material binnen 24 Stunden durchlässt, RET den Widerstand, den es dem Dampf entgegensetzt. Hohe MVTR-Zahlen und niedrige RET-Zahlen sprechen für die Jacke. 
Der Outdoor-Händler unterwegs.biz führt den Dampftransport auf Osmose zurück, die ein Temperaturgefälle von mindestens 15 Grad Celsius braucht. Bei Regen nahe der Körpertemperatur kommt deshalb jede Membran an ihre Grenze.

Drei Lagen und verschweißte Nähte halten die Tour durch
Regenjacken werden in 2-Lagen-, 2,5-Lagen- und 3-Lagen-Aufbau gefertigt. Auf Trekkingtouren ist die robustere 3-Lagen-Jacke üblich, auf dem Rad genügen zwei Lagen. Mikroporöse und porenlose Membranen gelten als haltbarer, Polyurethan-Beschichtungen überzeugen beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Verschweißte Nähte und abgedeckte oder wasserdichte Reißverschlüsse unterscheiden hochwertige Modelle von günstigen. Die DWR-Imprägnierung außen wirkt nur temporär und braucht nach dem Waschen eine Auffrischung.

Diese Ausrüstung gehört auf jede Etappe
Der Rest lässt sich abhaken, bevor der Rucksack zugeht.
•    Wanderstöcke für die langen Abstiege am Anfang und am Ende der Strecke
•    Trinkflasche oder Trinksystem, denn zwischen den Orten liegen lange Waldstücke
•    Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster, Verbandmaterial, Pinzette und Zeckenkarte
•    Handy mit geladener Offline-Karte, dazu Powerbank und Kabel
•    GPS-Gerät oder App für Abschnitte ohne Mobilfunknetz
•    Sonnencreme, Sonnenbrille und eine Mütze gegen Sonne und kühlen Wind
•    Wechselkleidung für den Abend, wasserdicht verpackt im Rucksack

Im Wald gilt das Thüringer Waldgesetz
Nach § 6 Absatz 1 des Thüringer Waldgesetzes darf jeder den Wald zur naturverträglichen Erholung betreten. Gesperrt bleiben Verjüngungsflächen, Forstkulturen, Holzeinschlagsflächen und Holzpolter. ThüringenForst nennt zudem ein ganzjähriges Rauchverbot, Feuer nur an gekennzeichneten Feuerstellen und die 112 für Waldbrände. Bei Sturm und Gewitter bleiben Sie auf den Wegen.

Zecken gehören zur Planung der Sommeretappen
Von den 23 Thüringer Kreisen gelten 13 als FSME-Risikogebiet, darunter Schmalkalden-Meiningen, der Ilm-Kreis, Hildburghausen, Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt und die Stadt Suhl. Der Wartburgkreis mit dem Startort Hörschel gehört nicht dazu. In Risikogebieten tragen nach Angaben des Robert Koch-Instituts im Mittel 0,1 bis 5 Prozent der Zecken das Virus. Nach dem Waldbesuch sollten Sie Beine und Kniekehlen absuchen.

Quartiere und Gepäcktransfer bestimmen den Zuschnitt der Etappen
Die acht Abschnitte sind unterschiedlich lang, und die Übernachtungsorte liegen teils abseits des Kamms. Buchen Sie die Quartiere vor der Anreise, besonders im Sommer und an Wochenenden. Prüfen Sie dabei, ob der Gepäcktransfer den gewählten Ort anfährt, denn davon hängt das Gewicht auf dem Rücken ab. Für den Rückweg von Blankenstein hilft ein Blick in den Fahrplan.

Tipp: Hier finden Sie Unterkünfte direkt am Rennsteig